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Case Study: Digitale Filmpremiere mit MATE

Auch die Filmbranche bleibt, aufgrund von Corona, unter Zugzwang. Filmdrehs müssen verschoben werden, Filmpremieren und Tradeshows können nicht wie gewohnt vor einem Live-Publikum durchgeführt werden, da der Zugang zu Kinos und Locations durch aktuelle Verordnungen nicht möglich ist oder die Auflagen zur Durchführung solch einer Veranstaltung durch eine stark begrenzte Teilnehmerzahl nicht wirtschaftlich darstellbar ist.

Auch hier haben Veranstalter die Möglichkeit, durch kreative Lösungen, die Krise zu bewältigen. Zusammen mit der Kommunikationsagentur monteundvogdt- Kommunikation aus Berlin GmbH, welche sich auch auf die ganzheitliche Durchführung von Premierenveranstaltungen vor großem Publikum spezialisiert hat, wurde mit MATE so eine Lösung erarbeitet.

Von der Kinoleinwand auf den Bildschirm

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommen kann, … dann kommt die Premiere eben zu den Gästen nach Hause. So logisch diese Option in der heutigen „Generation Streaming“ auch klingen mag, es gibt verschiedene Problemstellungen und Risiken zu beachten: "Leaks“ (auf Deutsch: Leck, undicht), das illegale Mitschneiden und Teilen von Filmen und Inhalten vor dem tatsächlichen Veröffentlichungstermin. Hier lauert ein großes wirtschaftliches Risiko für den Filmverleih, weshalb ein im Internet auftauchender Mitschnitt klar einem Teilnehmer zugeordnet werden muss.

Was sich bei einer Kinopremiere noch schwierig gestaltet und durch den Einsatz von Überwachungstechnik im Kinosaal und die Abgabe von Aufzeichnungsgeräten vor Betreten des Saals eingrenzen lässt, ist durch moderne Technik bei einem Live-Stream auch für Laien kein großes Problem mehr. Somit musste eine Lösung zur Sicherung des Films her.

Wie digitales Gästemanagement zum Kopierschutz wurde

Für die erste digitale Tradeshow (Vorstellung kommender Titel vor Einkäufern und Kinobetreibern) eines Filmverleihs in Deutschland wurde die Registrierung der Gäste und das Gästemanagement mit MATE durchgeführt. Jeder der 620 Teilnehmer erhielt im ersten Schritt nach erfolgreicher Anmeldung eine Bestätigungsmail und zwei Tage vor dem Event seinen persönlichen Zugangscode. Nach Schließung der Anmeldung wurde ein Gastattribut (in diesem Fall der Gastname) über den Stream gerendert, womit das ursprüngliche Filmmaterial und der Gästename untrennbar miteinander verbunden sind. Somit sind Mitschnitte und illegale Kopien, sofort einem Teilnehmer zuzuordnen.

Der Name des Teilnehmers wurde über den Stream gelegt.

Das Schwierige hierbei: Der Name konnte nicht einfach innerhalb der Webseite über den Film gelegt werden, da dieser entfernt werden kann. Ein Griff in die Trickkiste ist notwendig!

Somit stand das MATE-Team vor der Herausforderung, 620 verschiedene Versionen – eine für jeden Teilnehmer - des Films rendern zu müssen. Bei ersten Tests kam das Team dann auf eine Dauer von einem Monat, allein für das Rendern von 2 Stunden Film. Durch verschiedene Kniffe und Parallelisierung (das Verarbeiten aller Videos gleichzeitig auf mehreren Servern) konnten sie diese Dauer von einem Monat dann auf nur einige Stunden reduzieren.

Wir fragen genau nach - Ein Interview

Um einen noch besseren Einblick in das Vorgehen von MATE dabei zu bekommen, haben wir Matthias Heicke, CTO von MATE, einige Fragen dazu gestellt.

Matthias, eine der Herausforderungen war der individuelle Kopierschutz durch ein Wasserzeichen. Wie habt ihr das gelöst?

Matthias: Wir hatten von Anfang an vor, das Wasserzeichen direkt in den Film zu rendern und nicht einfach nur “drüber zu legen”. Hierfür wird der Original-Film genommen und für jeden Gast ein Prozess angestoßen, so dass für jeden Gast ein individueller Film geschaffen wird, der eindeutig mit seinem Namen signiert ist. Die heraus geränderten Videodateien haben einen zufallsgenerierten Dateinamen, so dass diese ohne den korrekten Link nicht zufällig geöffnet werden können.

Wie konnte ein gleichzeitiger Beginn bei so vielen Servern und Streams garantiert werden?

Matthias: Die erstellten Dateien liegen auf unsere Content Object Storage (COS) bei IBM/Frankfurt. Für jeden Gast wird nun aus diesem Film ein Livestream erstellt, der genau zur richtigen Uhrzeit den passenden Film Teil ausstrahlt. So ermöglicht man ein Live-Erlebnis und baut eine weitere Barrikade ein, die ein Teilen erschwert. Es wird immer nur ein 90 Sekunden großes Zeitfenster “ausgestrahlt” (dies dient als Puffer und ermöglicht eine Ruckelfrei Darstellung auch bei schwankender Internetverbindung)

Links können bekanntlich schnell geteilt werden. Wie wurde garantiert, dass nur ein User pro Link zusehen konnte?

Matthias: Jeder Zuschauer bekommt eine individuelle Einladung - über einen Link mit einer eindeutigen Gast-Identifikationsnummer öffnet man die Webseite. Öffnet jemand anderes die Seite mit dem gleichen Link, so wird der erste Besucher automatisch ausgeloggt (dies ermöglicht, dass man problemlos sein Gerät wechseln kann, wenn zum Beispiel der Akku des Notebooks leer ist) aber immer nur maximal ein Zuschauer einen Link nutzen kann.

Filmpremieren: Mehr als nur ein Video

Um den Live-Charakter von Premieren zu erhalten und eine weitere Sicherheitsschranke einzubauen, wird der Film nicht einfach nur als Video eingebettet, sondern als Live-Stream ausgespielt. Somit ist jeder Zuschauer gleichzeitig an der gleichen Stelle und Möglichkeiten wie Countdown, Live-Umfragen oder Chat-Räume runden das Premieren-Feeling ab.

Ein paar Worte unseres Kunden

Die nun schon langjährige Zusammenarbeit mit MATE hat sich auch in diesem Fall ausgezahlt. Die im ersten Schritt definierte Aufgabenstellung hat sich in der konkreten Umsetzung des Projekts immer wieder erweitert. Auf alle Herausforderungen folgten Lösungen, die teilweise unser technisches Verständnis sprengten. Als Startgeber und Erstanwender bauen wir mit MATE nicht nur auf einen Dienstleister, sondern haben mit ihnen einen Partner, welcher mit uns gemeinsam probiert, immer noch ein Stück weiterzugehen. So wurde aus der eng gefassten Ursprungsidee ein Produkt, welches sowohl rein digital, aber zukünftig auch für hybride Veranstaltungen genutzt werden kann. Unsere Anforderungen waren:

  • Live-Charakter
  • Manipulationssichere Namenseinbettung/Wasserzeichen
  • Verhinderung von Doppelnutzung der Zugangscodes
  • Stabile Wiedergabe, auch bei hohem Nutzeraufkommen

Die hohen Sicherheitsanforderungen haben zu vielen kleinen Details und Entwicklungen geführt, die unseren (End)Kunden sofort überzeugt haben. Zu jeder Neuentwicklung gehören aber auch Rückschläge, welche in den Tests immer mal wieder vorkommen können und auch wichtig sind. Das Entwicklerteam von MATE hat sehr viel Herzblut in das Projekt gesteckt und am Ende konnten wir eine grandiose Premiere feiern.

Das Ergebnis hat überzeugt und wir denken schon gemeinsam weiter. Neue Features werden den Einsatz auch Abseits von Premierenfeiern möglich machen, aber schon jetzt nutzen wir mit MATE ein digitales Tool, welches vom Save the Date bis zum Ausspielen von digitalen Inhalten als Live-Stream perfekt miteinander in einem System verzahnt ist und das macht sich bezahlt, wie Kundenanfragen zeigen.

Fazit

MATE ist nicht nur ein eigenständig funktionierendes Gästemanagement Tool, sondern lässt sich reibungslos und ohne großen technischen Aufwand über Schnittstellen mit anderen Produkten, z.B. Plattformen für Live-Streaming, verknüpfen. In diesem Fall, sind die Gastdaten, die über das MATE Registrierungsformular auf der Eventwebseite gesammelt wurden, nahtlos übergegangen.

Sie möchten unser Tool für so einen Fall verwenden? Wir unterstützen Sie hierbei gerne.

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