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5 Dinge, die Event-Teilnehmer*innen in Zukunft erwarten

Die Eventbranche nach der Krise

Kaum eine Branche hat so unter Corona gelitten wie die Eventbranche. Eins kann man wohl mit Sicherheit sagen: Es wird nie wieder wie vorher. Die Besucher*innen und ihre Erwartungen haben sich durch die monatelangen Einschränkungen verändert. Du fragst dich, was wichtig sein wird, wenn Events wieder möglich sind? Wir verraten dir fünf Dinge, auf die du dich jetzt schon vorbereiten solltest, um als Veranstalter*in gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen.

5 Dinge, die Eventteilnehmer*innen zukünftig erwarten werden

1. Menschen werden weniger (Live-)Events besuchen – aber die, an denen sie teilnehmen, umso intensiver erleben wollen

Vor Corona haben wir kollektiv unter Dauerstress gelitten: Immer war etwas los und ständig hatten wir Angst, etwas zu verpassen, sodass wir privat wie beruflich von Veranstaltung zu Veranstaltung gehetzt sind. Corona hat das von heute auf morgen unmöglich gemacht, und obwohl viele Menschen unter den Einschränkungen leiden, wollen die meisten das Vorher dennoch nicht zurück. Stattdessen werden nach Corona mehr Menschen noch genauer darüber nachdenken, womit sie ihre Zeit füllen – sowohl beruflich als auch privat.

Heißt: Events müssen zukünftig noch exakter die Interessen ihrer Besucher*innen treffen, um interessant zu sein. Die Qualität der Inhalte wird wichtiger denn je und sich unmittelbar an den Besucher- und Nutzerzahlen ablesen lassen. Viele Veranstaltungen werden also aussterben und es werden nur die Veranstaltungen übrig bleiben, die den Teilnehmenden wirklichen Mehrwert bieten. Wem diese Umstellung gelingt, wird dafür mit Besucher*innen belohnt, die das Event umso intensiver erleben möchten und bereit sind, sich dafür voll darauf einzulassen.

Emotionen werden in Zukunft bei Veranstaltungen eine noch größere Rolle spielen.

2. Hybride Events werden zunehmen

Durch Corona haben viele Menschen neue digitale Fertigkeiten und Gewohnheiten entwickelt, die auch über den Lockdown hinaus bestehen bleiben werden. Viele sind nicht mehr bereit, für ein Event, eine Konferenz oder Tagung weit zu reisen. Gerade, wenn für sie nur ein Teil der Inhalte interessant ist, werden sie sich dreimal überlegen, ob sich die Anreise dafür lohnt.

Trotzdem sehnen sich die Menschen nach dieser langen Durststrecke umso mehr nach persönlichem Kontakt, nach menschlicher Interaktion und echten Emotionen. Beides zusammenzubringen, das heißt Vor-Ort-Events zu planen, die aber auch die neuen digitalen Möglichkeiten miteinbeziehen, sei es durch eine digitale Event-Plattform, Livestreams, die Einbindung von Speakern, die nicht persönlich vor Ort sein und sonst nicht hätten sprechen können, usw., bietet die Möglichkeit, dein Event auf ein neues Level zu bringen und ganz besondere Erfahrungen für deine Teilnehmer zu schaffen. Hierbei wird die smarte Einbindung neuer Technologien vor allem für kollaborative Ansätze, Networking und den Aufbau von Beziehungen zwischen den Teilnehmenden essenziell sein, um die persönliche Interaktion auch im virtuellen Raum noch mehr zu stärken.

eBook Hybride Veranstaltungen

Welche Tools eignen sich am besten bei hybriden Events und worauf muss ich dabei besonders achten?

3. Events werden zeit- und standortunabhängiger – und die Zielgruppe damit potenziell größer

Live-Events werden also nicht vollständig wegfallen, aber sie werden seltener, hochwertiger und stärker durch digitale Inhalte ergänzt. Diese digitalen Inhalte sorgen für eine hohe Unabhängigkeit von zeitlichen und standortbasierten Faktoren.

Über digitale Event Plattformen kannst du als Veranstalter*in auch über lange Zeiträume Content für deine Zielgruppe bereitstellen und so dein Eventerlebnis mit Keynotes, Webinaren, Videos-on-demand, Podcasts usw. verlängern. Dadurch baust du eine digitale Community auf, die sich in regelmäßigen Abständen live trifft und ansonsten primär digital vernetzt ist. Der Vorteil: So vergrößert sich deine Zielgruppe massiv, weil potenziell auch Menschen erreicht werden können, die sonst aufgrund zeitlicher oder räumlicher Faktoren nicht am Event teilnehmen und sich damit weniger oder gar nicht mit deinen Botschaften und Inhalten befassen würden.

Zwei Event Manager nehmen einen Podcast auf

Event-Podcasts sind eine tolle Methode des Community-Buildings

4. Die Interaktion mit dem Kunden wird sich verändern

Mit dem Aufbau einer Community entsteht für dich die Möglichkeit, mit (potenziellen) Teilnehmer*innen noch einfacher ins Gespräch zu kommen und sie bewusst in Entscheidungs- und Planungsprozesse einzubeziehen. Indem du mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommst, welche Veränderungen sie sich ganz konkret wünschen oder welche Herausforderungen sie aktuell sehen, werden bei dir neue Ideen entstehen, wie du sie dabei unterstützen kannst – womit wir wieder bei Thema relevanter Content sind.

Indem du bei der Entwicklung neuer Eventkonzepte Transparenz zeigen und Teilnehmende schon frühzeitig in die Planung einbeziehst, hast du die Chance, Veranstaltungsformate zu entwickeln, die für deine Zielgruppe wirklich einen Mehrwert darstellen.

5. Taten werden wichtiger als Worte

In den vergangenen Monaten haben wir hautnah miterlebt, wer in der Corona-Krise unterstützt wurde und wer nicht, wer profitiert hat und wer einfach vergessen wurde. Dadurch ist das Bewusstsein für Gemeinwohl stark gewachsen und Authentizität zu einer wichtigen Währung geworden. Unternehmen werden ihren Erfolg sowie ihre gesellschaftliche und politische Unterstützung in Zukunft mehr denn je legitimieren müssen. Purpose, also eine gewisse Sinnhaftigkeit, in die Markenwerte zu implementieren und in der gesamten Kommunikation nach außen zu tragen, wird daher so wichtig wie nie zuvor – und zwar nicht nur in Worten, sondern vor allem im Handeln.

Unternehmen werden künftig noch stärker einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem Planeten und seinen Ressourcen sowie in gesellschaftlichen Fragen zeigen müssen, um ihre Zukunftsfähigkeit zu beweisen. Wie nachhaltig ist ein Unternehmen? Wie geht es mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um? Für welche Werte steht es ein? Wie setzt es sich für soziale und ökologische Themen ein? Danach werden Unternehmen in Zukunft noch stärker beurteilt werden, und auch Veranstaltungen sollte man nutzen, um zu zeigen, dass man sich mit diesen Fragen auseinander gesetzt hat, z.B. durch die Vermeidung von unnötigem Kunststoff, einem nachhaltigen Büffet, CO2-Ausgleichszahlungen, der Auswahl der Speaker*innen usw.

Fazit

Was heißt das für dich als Veranstalter*in?

Teilnehmer*innen werden nach Corona so mündig wie nie zuvor sein und so stark wie nie zuvor selektieren. In den kommenden Monaten und Jahren wird daher in der gesamten Eventbranche viel Flexibilität und Anpassungsfähigkeit nötig sein, um sich für die Zukunft zu wappnen. Die wichtigsten Stichworte sind hierbei Digitalisierung, Content und Purpose. Fragst du dich, was du den Menschen wirklich an Mehrwert mitgeben und inwieweit sie Gesellschaft aus Ihrer Position heraus mitgestalten kannst. Denn darin steckt die Chance, neue Werte in dein Unternehmen und deine Veranstaltungen zu implementieren und echte, tiefe und langfristige Beziehungen zu deinen Kunden aufzubauen. Denn das wird es sein, was in einer Post-Corona-Welt den Unterschied macht.

Von Annina Boettcher

Freie Texterin, Konzepterin & Markenberaterin für Berlin, Hamburg, Hannover, ganz Deutschland und darüber hinaus.

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